Programm

Das laDIYfest 2015 im Überblick

(M)Eine kurze Geschichte des Feminismus

Vortrag: Freitag 11:30 Uhr. hansa48
Mit Daniela Heitzmann

In einem historischen Streifzug werden verschiedene Stationen, Themenschwerpunkte und Facetten des Feminismus vorgestellt. Wobei der Blick in die Vergangenheit und in die Gegenwart in die folgenden Fragen eingebettet sein wird: Was ist Feminismus? Wie verhalten sich Feminismus, Frauenbewegung(en), queer-Bewegung(en), Queerfeminsimus und Schwarzer Feminismus zueinander? Gibt es überhaupt „den Feminismus“?

Meine Erzählung wird im Spätmittelalter einsetzen, wo ein Geschlechterstreit um die Gleichheit oder Verschiedenheit der Geschlechter tobte. Dieser Geschlechterstreit wurde mit dem Gleichheitsversprechen der Französischen Revolution auf ein neues gesellschaftspolitisches und insbesondere rechtliches Fundament gestellt – und nicht minder kontrovers fortgeführt. Im Verlauf des 19. Jahrhundert begannen sich die bewegten Frauen (und die wenigen bewegten Männer) zu organisieren, weswegen von der Ersten Frauenbewegung gesprochen wird – die jedoch wesentlich heterogener war als die nachträgliche Bezeichnung vermuten lässt. Mit den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts treten im deutschsprachigen Raum die Geschlechterfragen zunächst in den Hintergrund, um zu Beginn der 1970er Jahre mit voller Wucht und in veränderter Form die gesellschaftspolitische Bühne wieder zu betreten. Auch bei der so genannten Zweite Frauenbewegung handelt es sich eher um die Gleichzeitigkeit verschiedener feministischer Stränge, die nun ebenso (und zu Recht) von queer-Bewegungen und Schwarzen Feminismen irritiert werden. Das Ende der Erzählung mündet in ein kleines Panorama der gegenwärtigen Geschlechterbewegungen, die von Eva Herrman und Charlotte Roche zu Kristina Schröder und Laurie Penny reichen.

Nicht vergessen werden darf, worauf der Vortrag keine Antwort gibt, nämlich: was soll der Feminismus sein? – Dies sollte und kann nur Gegenstand einer andauernden Debatte sein.

Daniela Heitzmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies an der CAU Kiel.

kreatives feministisches Schreiben

Workshop: Samstag 14-18 Uhr. Anmeldung erforderlich. Hansa 48. Mit Zara Zerbe
(ca. 10 Teilnehmer_innen)

„Niemand, der nicht schreibt, weiß, wie fein es ist, zu schreiben.“ (Anne Frank)
Schreiben kann eigentlich jede_r. Und zunächst brauchen wir dazu nicht mehr als Stift und Papier. Aber was will ich eigentlich eigentlich erzählen? Wie fange ich an? Wie kann ich Schreibblockaden überwinden? Der Workshop richtet sich an alle FLTI*, die sich gerne mit dem geschriebenen Wort beschäftigen wollen. Zusammen wollen wir unsere Kreativität ankurbeln, Wortfelder erkunden und verschiedene Schreibarten ausprobieren. Und dabei auch überlegen: Warum möchte ich schreiben? Warum hab ich es bisher vielleicht nicht getan? Wie kann ich feministische Perspektiven in m_einen Text einbringen? Und was stelle ich mit meinem Text an, wenn er fertig ist?
Schreiberfahrungen sind absolut kein Muss. Bringt einfach euch selbst und ein Schreibgerät eurer Wahl mit (Schmierpapier und Stifte werden aber vorhanden sein). Die Ergebnisse können im Ladiyfest-Zine veröffentlicht werden.
Anmeldung unter ladiyfest.kiel[at]posteo.de

Das laDIYfest Programm 2015 ist da!

Endlich ist es soweit und das Programm für’s laDIYfest kiel steht – Juhu! Vor uns liegt ein wunderbares Wochenende und wir können es gar nicht mehr erwarten! Es gibt wieder spannende Vorträge und workshops, tolle Musik, Feminismus und Politik. In vier Wochen geht’s los – also meldet euch für die workshops via email an ladiyfest.kiel[at]posteo.de an, teilt das Programm und freut euch mit uns!

Ladiyfest 2015

Weißen Feminismus hinterfragen

Vortrag I – Freitag, 18/04; um 11:30h.

„The Master’s Tools Will Never Dismantle the Master’s House“
Weißen Feminismus hinterfragen – ein Vortrag zu Sexismus & Rassismus [von Julia Lemmle]

Anfang der 80er Jahre formulierte Audre Lorde ihre Kritik an einer weißen feministischen Konferenz:
„Wenn weiße feministische Theorie meint, sich nicht mit den Unterschieden zwischen uns beschäftigen zu müssen und mit den sich daraus ergebenden Unterschieden unserer Unterdrückung, wie geht ihr dann mit der Tatsache um, daß Frauen, die eure Wohnungen putzen und auf eure Kinder achtgeben, während ihr an Konferenzen über feministische Theorie teilnehmt, vorwiegend mittellose Frauen und women of color sind?“
Lorde hinterfragte dabei einen Feminismus, der nicht die Unterschiedlichkeit der Frauen, für die er vorgegebenermaßen spricht, berücksichtigt. Über dreißig Jahre später ist ihre Kritik leider immer noch brandaktuell.
Viele weiße Frauen, die sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit engagieren, übersehen leicht, dass sie auch Privilegien haben, denn als weiße Frauen profitieren sie von rassistischen Strukturen. Für viele ist es schwer zu erkennen, dass frau selbst unbewusst rassistische Ideen und Handlungsweisen verinnerlicht hat und diese meist subtil und indirekt auch die politische Arbeit beeinflussen.
Der Vortrag möchte anhand historischer und aktueller Beispiele verdeutlichen, dass Sexismus immer auch in Bezug auf die Verflechtung mit anderen Machtstrukturen wie Rassismus gesehen werden muss und dass weiße Feministinnen diese erweiterte Perspektive nicht nur für den politischen Alltag brauchen.

Julia Lemmle ist weiß positioniert – Kommunikationstrainerin, Aktivistin und Performerin. Sie gibt Empowerment-Seminare für Frauen* zum Thema Macht & Kommunikation, Workshops zu kritischem Weißsein und ist aktiv in der Initiative „Bühnenwatch“, die gegen rassistische Darstellungen auf den Theaterbühnen interveniert.
Julia leitet auch den Workshop am Samstag zu „Macht und Kommunikation“.