Allgemein

Chronische Krankheit/Behinderung in (queer)feministischen Zusammenhängen

Hier findet ihr die Auswertung des Workshops „Chronische Krankheit/Behinderung in (queer)feministischen Zusammenhängen“, die beim diesjährigen laDIYfest Kiel von der AG krankhaft queer feministisch veranstaltet wurde:

Auswertung WS AG krankhaft queer feministisch Sommer 2017

Das Dokument beinhaltet ein Vorwort sowie eine Auswertung der Vorbereitung und Durchführung des Workshops und ein Fazit und Ausblick der AG-Mitglieder.

23.09.2017: Female* Raputation mit Carmel Zoum und Fleur Earth aka Forsch

Wir feiern mit euch die laDIYfest Aftershow Party in Zusammenarbeit mit der AntiRa-Beauftragung des AStA der CAU, der ZBBS e.V., KOP e.V. – der Initiative für Opfer rassistischer Polizeigewalt, Nara – netzwerk antirassistische aktion kiel und der Initiative Aufstehen gegen Rassismus!

An diesem Abend wollen wir mit euch vier Jahre laDIYfest, Vernetzung und feministische Arbeit in Kiel zelebrieren und gemeinsam ein Statement gegen Sexismus und Rassismus setzen!

Es gibt Infotische und politische Initiativen stellen sich vor.

Wir freuen uns sehr auf Ragga-Hip-Hop von Carmel Zoum (Berlin) und souligen Hip-Hop Sound von Fleur Earth a.k.a. Forsch’ mit Backup+Feature Dr. G.G. (Köln).

Ein musikalisch famoser Abend findet die perfekte Abrundung in einem Set von unseren lovely local DJ*s Sugarhigh&Lovestoned und Lexi Love&Tine The Gun. Auf die Ohren gibt’s dann Soul, Rap, Hip-Hop, Old School und Trap. Von Queen Latifah bis Beyoncé!

All gender welcome! But no assholes wanted!

Hier geht’s direkt zur Facebook-Veranstaltung!

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CARMEL ZOUM
Ihr ganz eigener Dancehall-Sound liegt irgendwo zwischen
Dubstep, Drum and Bass, Electro und Trap. Am Mikrofon eine flammende Naturgewalt walzt sie mit ihrem vielschichtigen Sound, einer eindrucksvollen Stimme alles nieder. In ihren Texten setzt sie sich mit klassischen linkspolitischen Themen auseinander:
Kapitalismuskritik, Antirassismus und Feminismus beschäftigen sie
immer wieder.

Die Sängerin und Produzentin aus Kongo und Frankreich lebt heute
schon seit vielen Jahren in Deutschland, davon acht in Berlin. Sie
sang im Vorprogramm der Band Culcha Candela, war auf Tour mit den Irie Révoltés, veröffentlichte zahlreiche Kooperationen, bis 2015 ihr Debütalbum „Skwamat“ erschien. Dass sich die Sängerin keinen
musikalischen Stempel aufdrücken lässt und sie mit ihren Songs viel mehr möchte, als einfach nur ihr Publikum zum Tanzen zu bringen, zeigt sich in unserem Gespräch.

„The percussive and metronomic dancehall flow of Carmel Zoum combined with unconpromising and conscious lyrics . A touch of fresh breeze in the dancehall scene. No compromise for misogyny, homophobia and all kind of discrimination“

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FLEUR EARTH a.k.a. Forsch’ mit Backup+Feature Dr. G.G.
„Fleur Earth könnte zur deutschen Erykah Badu werden“ prophezeit Spiegel Online. Geboren in der ehemaligen DDR, aufgewachsen im Kongo und heute in Köln zu Hause beweist Fleur, dass Soul auf deutsch doch geht. „Fleur Earth ist Charisma in Reinform.“ stellt die „Juice“ fest. Ihre Texte wirken beim ersten Hören kryptisch und abstrakt, sind aber das Gegenteil von verkopft. Man muß sie mit dem Herzen hören um sie zu verstehen. Und wenn Fleur Goethe als Inspiration heranzieht, ist das durchaus ernstgemeint.

In Abgrenzung zum polierten R&B nennt Fleur ihre Musik „Straßenkötersoul“ und „Soul des Cabots“ hieß denn auch das Album, das sie 2009 mit ihrer Band dem Fleur Earth Experiment (FEX) veröffentlicht hat. Mit ihrer ebenso entspannten wie intensiven Melange aus Soul, Reggae, Jazz und Rock, haben sich FEX in den letzten vier Jahren eine breite Fanbase erspielt. Parallel dazu hat Fleur zusammen mit ihrem Prodzuenten Twit One (der bei FEX den Bass bedient) zwei sample-basierte Alben aufgenommen: „Skurreal“ (2008) und „Es Entstehen Wesen“ (2009) – die beide von Twits schräg- charmanten Hip-Hop-mit-viel-Soul Sound geprägt sind.

Mit ihrem Projekt Forsch‘ und Facette, dass sie zusammen mt dem Beatmacher Quo Vadis betreibt, betritt Fleur einmal mehr musikalisches Neuland. Kratzbürstiger, experimentellerund frei von Genrezwängen, lernen wir eine weitere spannene Seite der Künstlerin Fleur Earth kennen.

„Fleur Earth ist Charisma in Reinform. “ Juice

Programm laDIYfest 4.0

Juhuuuu – unser Flyer für das laDIYfest 4.0 ist fertig <3
In weniger als zwei Wochen geht es los, wir sind schon ganz aufgeregt!!

Unten findet ihr den Flyer sowie Texte für die jeweiligen Programmpunkte – diese ergänzen wir nach und nach.
Meldet euch am besten direkt für die Workshops an – die Plätze sind begrenzt und so geht ihr sicher, mitmachen zu können! Einfach eine Mail an ladiyfest.kiel@posteo.de. Kommt aber natürlich auch gerne einfach so vorbei, ab und an sind noch Plätze frei und es gibt viele weitere spannende Aktionen <3

Programmflyer in hoher Auslösung hier zum Download:

ProgrammflyerLaDIYfest2017

Flyer2017front

Flyer201porgramm

Das Programm hier auch noch mal als Tabelle, hier ebenfalls zum Download!

laDIYfest2017_als_Tabelle

FREITAG

Vortrag: Juhu! Los geht`s! Begrüßung durch die LaDIYfest-Crew.
Wir stellen uns und unsere Arbeit vor. Ausblick auf das Fest, Raum für organisatorische Fragen.

WS I: Das Behaarte und das Unbehaarte mit Roxy
Workshop und Diskussionsrunde zum Thema Enthaarungsnorm und Haarlosigkeitsdiktat mit Roxy (+ lecker veganem Süßkram).
Wie bestimmt der aktuelle Diskurs die Wahrnehmung weiblicher* Körper? Wieso werden nur unsere unbehaarten Körper als ästhetisch und „weiblich“ empfunden? Wie wird überhaupt entschieden, was als „normschön“ bzw. attraktiv gilt und was sagt das Ganze eigentlich über unsere Gesellschaft aus?

WS II: Chalk Walk mit Alexa – *Reclaim the Streets* (Treffpunlt: hansa48)
Kreativer Stadtspaziergang – Inspiriert und gut gelaunt mit Sprühkreide in Kiel spazieren gehen.

WS III: Zara Zerbe – Hoch-Tief-Satzbau. Ideen, Geschichten&mehr. Schreibwerkstatt.
Hinter jedem Text, ob nun auf Papier gedruckt, handgeschrieben, gebloggt oder auf einer Bühne vorgetragen, steckt eine Idee, eine Aussage, eine Geschichte, die erzählt werden will. Doch wie verwandle ich eine Idee in einen Text? Und wie finde ich dabei die Sprache, mit der ich meinen Gedanken am besten Ausdruck verleihen kann? Diesen Fragen gehen wir nach einem kreativen Warm-Up gemeinsam auf den Grund. Neben einigen praktischen Übungen gibt es genügend Raum und Zeit, in einer entspannten Atmosphäre an eigenen Texten zu arbeiten. Bei Bedarf gibt es auch die Möglichkeit, Texte für das Open Mic am Abend vorzubereiten oder sogar eine kleine Generalprobe einzulegen. Ganz egal, ob ihr zum ersten Mal etwas zu Papier bringen wollt oder schon drei Romane in der Schublade habt – die Schreibwerkstatt steht allen offen, die Spaß an Sprache, Worten und Texten haben.
Das dürft ihr gern mitbringen:
* Ein Schreibwerkzeug eurer Wahl – Laptop, Notizbuch, Bleistift und Papier oder sogar eine klackernde Schreibmaschine (Papier und Stifte sind auf jeden Fall vorhanden)
* Ideen!
* angefangene oder fertige Texte (ist aber kein Muss!)

SAMSTAG

Vortrag: „A stage of her* own?! – queer-feministische Lichtblicke & Strategien in Punk und Pop.“
Von X-Ray Spex zu Tribe 8 zu Peaches zu G.L.O.S.S — Spätestens seitdem Trans-Punk Laura Jane Grace von Against Me! ihre Geburtsurkunde mit der Ansage ‚gender is over‘ auf der Bühne verbrannt hat, dringen Stimmen und Performances abseits der Heteronorm in die seit jeher medial männlich dominierte, massenkompatiblere Punk + (Indie-) Pop Szene. Genderbender, queer-, trans- Personen* und andere Frauen* sind aber seit Jahrzehnten — leider oft übersehener oder verborgen gebliebener — Teil von Punk in allen Variationen. In diesem Vortrag, der kein richtiger werden soll, werden einige genau dieser verborgenen Vorbilder*innen vorgestellt und (wieder-)entdeckt.

WS I: Rad‘n'Roll mit Fahrradmechanikerin Anni (Fahrradselbsthilfewerkstatt im Hof)
Basteln, schnacken und schrauben mit Fahrradmechanikerin Anni. Sie erzählt was über ihre Erfahrungen als Frau und Mechanikerin in der cis-männlich dominierten Fahrradszene. Ihr könnt eure Fahrräder mitbringen. Es kann gebastelt werden und getüftelt. Anni hat das Know-How, Tipps und Tricks für euch.

WS II: Sexismus im Kontext von Arbeit und Bildung
Gemeinsamer Erfahrungsaustausch und Strategiensuche Die Bezeichnung „Arbeit und Bildung“ ist hierbei weit gefasst, in unserem Workshop soll es um Sexismuserfahrungen in unterschiedlichen Abhängigkeitsverhältnissen außerhalb des privaten Bereichs gehen. Dies kann sowohl der Arbeitsplatz, die Uni oder die Schule sein, aber auch Situationen beim Arzt oder bei Behördenterminen.
Wir möchten mit euch Erfahrungen austauschen, herausfinden was „Sexismus“ eigentlich (für uns) bedeutet und gemeinsam Lösungsstrategien für Alltagssituationen erarbeiten.
Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und einen verbindenden, kraftvollen und einfühlsamen Workshop mit euch.
Eigene Erfahrungen mit Sexismus in diesem Kontext sind keine Teilnahmevoraussetzungen, bzw. ist selbstverständlich niemand verpflichtet über Erfahrungen zu sprechen, wenn sie das nicht möchte.
Voller Vorfreude auf das ladyfest 4.0
Frauke, Hanna, Juli und Lea

WS III: AG krankhaft queer feministisch
Chronische Krankheit/Behinderung in (queer)feministischen Zusammenhängen.
Diese Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Personen mit chronischer Krankheit und/oder Behinderung. „Schwere“ der Beeinträchtigung(en) ist kein ausschließendes Kriterium. Ziel ist es, der Frage nachzugehen, wie feministische Räume für uns besser zu nutzen wären. Als Personen mit chronischer Krankheit und/oder Behinderung erleben wir in (queer)feministischen Räumen Gewalt durch Diskriminierung. Unsere Veranstaltung soll dazu dienen, Wege zu finden, diese Diskriminierung zu benennen und zu bekämpfen.
Dinge, die während der Vorbereitung aufgekommen sind, waren unter anderem:
Drüber reden: wie bezeichne ich mich und andere? Welche Worte und Beschreibungen finde ich angemessen, welche empfinde ich als entwürdigend oder verletzend? Warum muss ich immer wieder erleben, dass ich übergangen oder falsch gelesen werde?
Leistungsfähigkeit: was fordert es von mir als chronisch kranke/behinderte Person, feministisch organisiert zu sein? Das betrifft Arbeiten in Gruppen und auch die Nutzung von Orten, hier konkret das LaDIYfest Kiel. Welche empowernden Bezeichnungen ließen sich für „Nicht-Belastbarkeit“ finden? Warum macht es einen Unterschied, ob eine Einschränkung dauerhaft oder vorübergehend ist?
(Un)Sichtbar sein: muss ich mich in feministischen Zusammenhängen verstecken? Welche Rolle spielt es, ob eine Krankheit/Behinderung „sichtbar“ ist? Was bedeutet es für mich, mich in solchen Zusammenhängen zu „outen“?
Selbstsorge: inwieweit bin ich in der Lage, meine Bedürfnisse zu artikulieren? Wie können Zusammenhänge so arbeiten, dass ich mitarbeiten kann? Welche Leistung muss ich bringen, um überhaupt teilnehmen zu können? Welche Reaktionen brauche ich, um mich respektiert zu fühlen? Was für andere Reaktionen erfahre ich stattdessen und was für Konsequenzen ziehe ich daraus?
Zur Durchführung: Ziel ist es, eine empowernde Diskussion zu führen, an der sich alle, je nach ihren Möglichkeiten, beteiligen können. Sollte vorab etwas zu klären sein, möchten wir euch ermuntern, uns dies bei der Anmeldung mitzuteilen. Anmeldung unter der laDIYfest-Mailadresse (ladiyfest.kiel [at] posteo.de). Wer teilnimmt, ist für sich selbst verantwortlich. Alle bestimmen, ob und wie viel sie sich einbringen. Bitte beachten: dies ist keine Selbsthilfegruppe. Die politische Dimension unserer Lebenssituationen soll im Vordergrund stehen, nicht die jeweilige Diagnose oder Krankengeschichte. Die Veranstaltung richtet sich allerdings explizit auch an solche Personen, die ihre eigene Erfahrung in feministischen Strukturen als nicht vorhanden oder gering einschätzen.
Wir haben einen ruhigen Raum für uns allein, in dem die Möglichkeit besteht, sich zu bewegen und sich zwischendurch auszuruhen.
Zur AG: wir haben die Vorbereitung zu dieser Veranstaltung übernommen, weil uns selbst diese Fragen und Probleme direkt angehen. Wir haben uns entschieden, eine Veranstaltung zu konzipieren, die unseren Erfahrungen und Bedürfnissen entspricht. Es war und ist nicht unser Anspruch, ein komplettes Bild von chronischer Krankheit bzw. Behinderung zu präsentieren, noch möchten wir theoretisches Wissen vermitteln. Wir gehen von unseren praktischen Erfahrungen in unterschiedlichen feministischen Zusammenhängen aus und nehmen diese als Ausgangspunkt für unsere Arbeit in der Vorbereitung. Direkt auf der Veranstaltung sind wir somit auf eure Bereitschaft angewiesen, selbstverantwortlich teilzunehmen.
Eine Teilnahme mit schweren, akut ansteckenden Infektionskrankheiten ist leider nicht möglich, auf Grund von zu hoher Gefährdung anderer Teilnehmender mit kritischer Immunlage.

SONNTAG

Katzenfrühstück mit Kaffee und Kuchen

WS I: Vandal Grrrlz* – Graffiti
DIY Workshop über die Geschichte, Künstler*innen und das Sprühen selbst, um am Ende gemeinsam eine Wand zu malen und ein Bild an die Wand zu bringen.

WS II:“Feminismus global denken: ökologisch, ökonomisch und sozial!“ – Interaktiver Workshop mit Dominique, Fanny, Katharina und Julia
Politische Kämpfe passieren oft losgelöst voneinander, dabei wären gerade angesichts der sozial-ökologischen Krisen starke Allianzen und intersektionale Bündnisse notwendig. Daher soll es in unserem Workshop darum gehen, feministische Perspektiven auf die multiplen Krisen dieser Zeit zu entwickeln und zu diskutieren.
Unter den Folgen des Klimawandels, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Ausbeutung in globalen Wertschöpfungsketten leiden weltweit unverhältnismäßig viele Frauen*, vor allem im Globalen Süden. Aber auch im Globalen Norden sind es meistens Frauen*, welche die Sorge- und Reproduktionsarbeit übernehmen und dafür kaum materielle und ideelle Anerkennung bekommen. In dem Workshop wollen wir diskutieren, ob und wie die drei ausgewählten Bereiche Klimawandel, Arbeitsbedingungen und Sorgearbeit miteinander zusammenhängen und welche Handlungsoptionen wir uns aus feministischer Sicht vorstellen können.
Lasst uns gemeinsam Feminismus globaler denken und mit vielfältigen politischen Kämpfen verknüpfen – für eine zukunftsfähige Welt!

Wir suchen Schlafplätze für Gäste und Kinderbetreuung

Schlafplätze & Kinderbetreuung anyone?

Ihr Lieben, uns haben bereits Nachrichten erreicht von Menschen, die von weiter weg gerne zum Fest kommen möchten und einen Schlafplatz bräuchten.. Nun seid ihr gefragt: wer hätte einen Schlafplatz für das WE vom 9.-11. Juni frei? Einzelne Abende könnten auch schon helfen ;) Schreibt uns am besten an ladiyfest.kiel [at] posteo.de. Schreibt uns ebenfalls gerne, wenn ihr einen Schlafplatz sucht. Wir vermitteln euch dann eure Kontaktdaten <3

Außerdem suchen wir noch Menschen, die sich vorstellen könnten, eine Kinderbetreuung zu übernehmen. Wichtig hierbei: die Kinderbetreuung müsste ebenfalls flti* sein.

Bald gehts los, wir freuen uns schon mega doll!

Leitfaden 2.0

Für das erste laDIYfest haben wir im Jahr 2014 einen Leitfaden zum Umgang miteinander geschrieben. Vieles gilt noch heute, vieles hat sich seither jedoch auch geändert. Wir haben uns noch mal an den Text gesetzt und diskutiert, verändert und ergänzt..

Hier nun also die überarbeitete Version des Plädoyers für ein freundliches und respektvolles Miteinander auf Augenhöhe! Viel Spaß beim Lesen <3

Die alte Version aus dem Jahr 2014 findet ihr auch noch mal unten kursiv und eingerückt.

Das laDIYfest Kiel will kreativer Freiraum sein für interessierte Menschen, die die gesellschaftlichen Strukturen hinterfragen und gesellschaftliche Normen aufbrechen und neu denken möchten. Ein Raum für Menschen, die sich zusammen innerhalb von drei Tagen sowohl kreativ als auch politisch weiterbilden und viele neue Dinge voneinander erfahren und diese weitertragen wollen. Das Fest wird von einer Orga-Gruppe (das sind wir, die Autor_innen dieses Textes) vorbereitet. Die Personen, die die einzelnen Programmpunkte füllen, sind entweder auf uns zugekommen oder wurden von uns eingeladen. Das DIY in laDIYfest heißt: ihr seid keine Konsument_innen, sondern gestaltet das Fest mit. Das bedeutet, wir tragen gemeinsam die Verantwortung für das Gelingen der Veranstaltung. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass manche Menschen auf dem Fest eine hohe Erwartungshaltung gegenüber den Organisator_innen an den Tag legen. Bringt euch mit ein, mit euren Ideen, eurer Unterstützung, kritischen Gedanken, inspirierender Motivation,…. Oder einfach einer Essensspende. Damit sich alle wohlfühlen, haben wir einige Punkte gesammelt, die ein freundliches und respektvolles Miteinander gewährleisten sollen. Oft finden Ausschlüsse und Diskriminierungen unbeabsichtigt und auf Grundlage eines mangelnden Bewusstseins statt. Bewusstes und reflektiertes Handeln bilden daher die Grundlage für einen weitestgehend sicheren Raum für alle Teilnehmenden.

1. Herzlich Willkommen beim laDIYfest Kiel:
Mit dem laDIYfest möchten wir interessierte Menschen erreichen, die Lust haben, sich mit queer-feministischen Themen auseinanderzusetzen und die Interesse haben, die gesellschaftlich konstruierten Strukturen kritisch zu hinterfragen. Die Veranstaltungen sind für cis-Männer nicht zugänglich. Leider sind die Räumlichkeiten der Hansa 48 nur eingeschränkt barrierefrei.

2. It’s all about respect:
Ziel des laDIYfest Kiel ist es, sich gemeinsam mit dem gesellschaftlichen System, in dem wir leben, auseinanderzusetzen und aus feministischer Perspektive Strukturen zu hinterfragen, zu kritisieren und anzugreifen. Es geht darum, dass wir uns unterstützen und stärken möchten. Und wir möchten uns den patriarchalen Strukturen dieser Gesellschaft, die für so viele Menschen dermaßen diskriminierend und lebensbedrohlich sind, mit gemeinsamer Kraft entgegen stellen und diese am liebsten für immer abschaffen. Wir möchten uns an diesem Wochenende begegnen und erfahren, was uns bewegt und welche Kämpfe jede*r einzelne tagtäglich führen muss. Nicht für alle Personen ist es einfach oder alltäglich, einen Raum wie das laDIYfest zu nutzen. Ängste und Unsicherheiten zeigen sich auf verschiedene Weise. Personen aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes abzuwerten, trägt nicht zu einer guten Atmosphäre bei. Wir begegnen uns mit gegenseitigem Respekt und hören einander zu.

3. No means No! Nein heißt Nein
Fühlt sich eine Person diskriminiert, belästigt bzw. in ihren persönlichen Grenzen verletzt, gilt dieses Gefühl als wegweisend. Akzeptiere die Grenzen deines Gegenübers!

4. Each One Teach One:
Wir können und möchten alle von- und miteinander lernen. Dafür ist es wichtig zu beachten, dass auch Sprache und Wissen ausschließend sein können. Denkt daran, eure Gedanken nachvollziehbar zu machen und scheut euch nicht, nachzufragen. Viele Fragen, viele Antworten – und wir können gestärkt und motiviert aus der Veranstaltung gehen. Als themeninteressierte*r oder Feminist*in musst du kein wandelndes Fachwörterbuch sein. Zudem bitten wir alle sensibel für die eigene Sprache zu sein und ggf. direkt (auch ohne Nachfrage) Begriffe kurz zu erklären.
Für die einzelnen Veranstaltungen auf dem Fest bedeutet das auch, dass jede_r mitverantwortlich ist für ein gutes Gespräch. Der Inhalt der einzelnen Programmpunkte wird von den Referent_innen bestimmt, die nicht identisch mit den Organisator_innen des Festes sind. Fällt euch hier also etwas negativ auf, sprecht es an Ort und Stelle an und gestaltet das Fest selbst mit.

5. Das Prinzip Zuhören:
Zu einem respektvollen Umgang miteinander gehört es auch, deine*n Gegenüber ausreden zu lassen. Erst zuhören, nachdenken, dann fragen und handeln. Ob in der Pause, der Kneipe oder in den einzelnen Veranstaltungen: bringt euch ein und ermuntert andere, das zu tun.

6. Sorry liebe Raucher*innen:
Geraucht werden kann unter freiem Himmel. Alle Räumlichkeiten der Hansa48 sind rauchfreie Zone, ausgenommen davon ist der Holzraum für die Party am Samstag. Denkt bitte auch daran, den Hof der Hansa so wie anderorts sauber zu halten. Also Kippen in den Ascher.

7. Hunde und andere Tiere:
Tiere jeder Art bitte nur draußen und nicht in den Gebäuden.

8. Fotos:
Wenn ihr fotografieren wollt, fragt die Menschen vorher, ob sie damit einverstanden sind. Jeder Mensch genießt seine Privatsphäre und nicht jede*r möchte sich später im Internet oder auf privaten Rechnern wiederfinden.

9. Party und Kneipenabend:
An diesem Abend kommen Künstler*innen, die den Mut haben, sich auf die Bühne zu stellen und teilweise das erste Mal in ihrem Leben zu performen. Allein für ihren Mut haben sie unseren Respekt verdient. Habt Spaß, tanzt, seid ausgelassen, achtet aufeinander und nehmt Rücksicht. Bitte denkt hier besonders an die Anwohner_innen und verhaltet euch im Außenbereich ab 22 Uhr einigermaßen leise.
Wir versuchen, einen Ort zu schaffen, an dem Personen, die durch das Patriarchat Unterdrückung und Abwertung erfahren, sorgloser und freier als sonst sein können. Cis-Männer haben daher keinen Zugang. Die damit einhergehende Ausgrenzung von Personen, die wir aufgrund ihres Aussehens für cis-Männer halten, ist ein Problem des FLTI*-Konzeptes. Wir möchten alle Menschen, die ein Interesse haben, den FLTI* Raum im Sinne des Festes zu nutzen, ermuntern, uns das mitzuteilen – ihr seid herzlich willkommen, genau wie alle, die sich nicht in FLTI* wiederfinden und trotzdem kommen möchten. Wir lesen euch vielleicht falsch und das ist verletzend. Es ist nicht zu entschuldigen, dass Menschen aufgrund ihres Aussehens ausgegrenzt werden. Der Ort der Veranstaltung – die Hansa48 – ist kein FLTI*-Projekt, deswegen kam es auf den vergangenen Festen immer wieder dazu, dass Leute vorbei kamen, ohne zu wissen, dass das laDIYfest ein FLTI*-Fest ist. Diese Leute werden von den Nutzer_innen des Festes oder von den Organisator_innen gebeten, wieder zu gehen, was meistens gut klappt. Das hat jedoch den Nachteil, dass Menschen für cis-Männer gehalten werden, die gar keine sind. Für dieses Problem gibt es bisher keine gute Lösung.

10. Das ganze Leben ist ein Lernprozess:
Wir machen das zwar nicht zum ersten Mal, aber vieles ist neu und spannend und aufregend. Deswegen gibt es bestimmt Dinge, die wir an dieser Stelle vergessen haben. Wir freuen uns daher auf eure Gedanken, Wünsche und Kritik. Bitte beachtet jedoch, dass wir den Inhalt und die Durchführung der einzelnen Programmpunkte nicht detailliert kennen. Sehr gut für eine Lösung ist es daher, die Referent_innen direkt anzusprechen.
Also:
Fühlt euch wohl, reflektiert, handelt mit Bedacht und habt jede Menge Spaß beim laDIYfest in Kiel!
Wir freuen uns auf euch.


Plädoyer für ein freundliches und respektvolles Miteinander auf Augenhöhe [Version 2014]

Das laDIYfest Kiel will kreativer Freiraum sein für interessierte Menschen, die die gesellschaftlichen Strukturen hinterfragen und gesellschaftliche Normen aufbrechen und neu denken möchten. Ein Raum für Menschen, die sich zusammen innerhalb von drei Tagen sowohl kreativ, als auch politisch weiterbilden und viele neue Dinge voneinander erfahren und diese weitertragen wollen.

Damit sich alle wohlfühlen, haben wir einige Punkte gesammelt, die ein freundliches und respektvolles Miteinander gewährleisten sollen. Oft finden Ausschlüsse und Diskriminierungen unbeabsichtigt und auf Grundlage eines mangelnden Bewusstseins statt. Bewusstes und reflektiertes Handeln bilden daher die Grundlage für einen sicheren Raum für ALLE.

1. Herzlich Willkommen beim laDIYfest kiel:
Mit dem laDIYfest möchten wir interessierte Menschen erreichen, die Lust haben sich mit queer-feministischen Themen auseinanderzusetzen und die Interesse haben, die gesellschaftlich konstruierten Strukturen kritisch zu hinterfragen. Das könnt ihr alle sein: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Questioning, Bigender, Intersex, A, cis-Frauen und cis-Männer.

2. It’s all about respect:
Sexistische, LGBTIQ-feindliche , rassistische, faschistische, antisemitische, antimuslimische, islamophobe, nationalistische, homophobe, klassistische, ableistische, lookistische und alle weiteren denkbaren diskriminierenden Handlungen, Belästigungen und Gesinnungen werden nicht toleriert! Wir begegnen uns als Menschen und mit gegenseitigem Respekt.

3. No means No! Nein heißt Nein: Das Prinzip der Definitionsmacht.
Wir beziehen uns auf das Prinzip der Definitionsmacht. Fühlt sich eine Person diskriminiert, belästigt bzw. in ihren persönlichen Grenzen verletzt, gilt dieses Gefühl als wegweisend. Akzeptiere die Grenzen deines Gegenübers!

4. Each One Teach One:
Wir können und möchten alle von- und miteinander lernen. Dafür ist es wichtig zu beachten, dass auch Sprache und Wissen ausschließend sein können. Denkt daran eure Gedanken nachvollziehbar zu machen und scheut euch nicht nachzufragen. Viele Fragen, viele Antworten – und wir können gestärkt und motiviert aus der Veranstaltung gehen.

5. Das Prinzip Zuhören:
Zu einem respektvollen Umgang miteinander gehört es auch deine*n gegenüber ausreden zu lassen. Erst zuhören, nachdenken, dann fragen und handeln.

6. Sorry liebe Raucher*innen:
Geraucht werden kann unter freiem Himmel. Alle Räumlichkeiten der hansa48 sind rauchfreie Zone.

7. Fotos:
Wenn ihr fotografieren wollt, fragt die Menschen vorher, ob sie damit einverstanden sind. Jeder Mensch genießt seine Privatsphäre und nicht jede*r möchte sich später im Internet oder auf privaten Rechnern wiederfinden.

8. Open-Mic-Session und Kneipenabend:
An diesem Abend kommen Künstler*innen, die den Mut haben sich auf die Bühne zu stellen und teilweise das erste Mal in ihrem Leben zu performen. Allein für ihren Mut haben sie unseren Respekt verdient. Habt Spaß, tanzt, seid ausgelassen, achtet aufeinander und nehmt Rücksicht.

9. Das ganze Leben ist ein Lernprozess:
Auch wir machen das zum ersten Mal, vieles ist neu und spannend und aufregend. Deswegen gibt es bestimmt Dinge, die wir an dieser Stelle (unbeabsichtigt) vergessen haben. Wir freuen uns daher auf eure Gedanken, Wünsche und Kritik.

10. Rücksichtsvoll(er) durch den Alltag:
Nehmt diesen Leitfaden mit in euern Alltag und unterstützt euch und weitere Menschen in einem rücksichtsvollen und freundlichen Miteinander, denn so macht das Zusammensein mit Menschen einfach viel mehr Freude.

Wir hoffen es nicht, ABER solltet ihr euch zu irgendeinem Zeitpunkt diskriminiert oder verletzt fühlen, unser Awareness-Team begleitet die Veranstaltung. Wer Hilfe braucht, kann sich an die Menschen hinterm Tresen wenden. Defensiv, zurückhaltend, aber dennoch bestimmt unterstützen euch die Menschen vom Awareness-Team, falls eure Grenzen verletzt werden.

Also:

Fühlt euch wohl, reflektiert, handelt mit Bedacht und habt jede Menge Spaß beim laDIYfest in Kiel!

Wir freuen uns auf euch.