Statement des laDIYfest Kiel zu Antifeminismus an der CAU

Solidarität mit den feministischen Kämpfen an der CAU!

Antifeminismus umgibt uns immer und überall, und das nicht erst seit Trump, AfD & Co. – auch und gerade in universitären Räumen. Trotzdem sind wir schockiert über die antifeministischen Zustände an der CAU, die wir gerade miterleben müssen, und solidarisieren uns als laDIYfest Kiel mit den feministischen Kämpfen, die dort aktuell stattfinden.

Der AStA der CAU hat nicht ohne Grund unter der Federführung der Beauftragten für Gleichstellung eine Kampagne ins Leben gerufen, bei der es darum geht, warum wir Feminismus an der CAU brauchen. Anlass der Kampagne stellten verschiedene Vorfälle an der CAU dar, vor allem in Bezug auf sexistische Diskriminierung und sexualisierte Gewalt gegenüber Student_innen. Außerdem waren die Gleichstellungsbeauftragten des AStA auch vor dem Beginn der Kampagne immer wieder antifeministischen und frauenfeindlichen Anfeindungen ausgesetzt. Die Kampagne hat daher zum Ziel, auf diese Verhältnisse aufmerksam zu machen und offenzulegen, dass gerade die Universität kein Raum ist, der frei von Sexismus, sexualisierter Gewalt und Diskriminierung ist. In diesem Zusammenhang ist es besonders bezeichnend und beinahe ironisch, dass auf die veröffentlichten Statements bei Facebook immer wieder mit Diffamierungen, sexistischen Beleidigungen und diskriminierenden Äußerungen reagiert wird. Was hier zutage tritt, ist oft eine gefährliche Leugnung patriarchaler Verhältnisse: immer wieder heißt es, Frauen* wären doch bereits gleichberechtigt, und eine Diskriminierung würde doch heutzutage gar nicht mehr existieren. Dass FLTI* aber noch immer in vielen Bereichen strukturell benachteiligt sind, ob es um Themen wie Bezahlung oder Ungleichbehandlung am (universitären) Arbeitsplatz, um sexualisierte Gewalt oder diskriminierende Sprache geht, ist nicht nur offensichtlich, sondern auch wissenschaftlich belegt. Von den Kommentator_innen werden aber die eigenen, in vielen Fällen cis-männlichen Privilegien geleugnet.

Wir wollen mit unserem Statement deutlich machen, dass es sich bei solchen Kommentaren nicht um bloße Ignoranz und fehlende Empathie, sondern um eine antifeministische Haltung handelt. Wir sind der Meinung, dass solche Einstellungen und Handlungen eine Feminismus-Kampagne an der CAU nicht nur rechtfertigen, sondern ihre Notwendigkeit belegen.

Neben dieser Debatte um die Feminismus-Kampagne, erleben wir derzeit fast schon eine Hetzkampagne gegen den AStA, und insbesondere die AStA-Vorsitzende, in der CAU-Gruppe auf facebook. Initiator dieser diffamierenden, antifeministischen Kampagne war der RCDS. Der RCDS bescheinigte der AStA-Vorsitzenden ein „fragwürdiges Feminismus-Verständnis“, in Bezug auf den von ihr geteilten Aufruf zur Demonstration am feministischen Kampftag am 8. März, welcher die Wörter „Bedrohung“ und „Kampf“ enthält. An dieser Stelle sei ganz klar gesagt: emanzipatorische feministische Bewegungen waren schon immer kämpferisch! Vor allem auch in Zeiten eines globalen antifeministischen Backlashs, in dem von vorherigen Generationen erkämpfte feministische Errungenschaften, wie bspw. das Recht auf Abtreibung wieder infrage gestellt werden, braucht es einen kämpferischen, wütenden Feminismus! Gerade auch in Zeiten der rassistischen Vereinnahmung und Prägung des öffentlichen Diskurses um sexualisierte Gewalt braucht es einen radikalen Feminismus, der sich gegen die patriarchalen und rassistischen Verhältnisse stellt! Oder, wie es in einem Redebeitrag auf der Demo so schön hieß: „Um eine Revolution wurde noch nie höflich gebeten!“.

Was uns aber noch mehr erschreckt hat, war die Diskussion, die daraufhin entbrannt ist, in der allerlei maskulinistisches Gedankengut an der CAU zutage getreten ist! Besonders in den Vordergrund gespielt hat sich hierbei Robert Schmidt, Kreisvorstand des AfD Kreisverbands Kiel, der dem RCDS dankend zustimmte. Im Gegensatz zum Feminismus-Verständnis des AStA sah der RCDS hierfür allerdings offensichtlich keinen Anlass zur Distanzierung – das lässt tief blicken!

Ähnlich wie bei der Auseinandersetzung um die Feminismus-Kampagne brachten sich hier auch immer wieder Cis-Männer als vermeintliche Opfer von sexistischer Diskriminierung ins Spiel. Argumentiert wurde z.B. dass es sexistisch gegenüber Cis-Männern sei, wenn alle Redebeiträge auf der Demo nur von FLTI* gehalten werden. Offensichtlich haben diese Menschen nicht verstanden, was Sexismus eigentlich bedeutet. Sexismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund von sozialem Geschlecht, gepaart mit institutionalisierter Macht. Letzterer Teil wird dabei von den mit cis-männlichen Privilegien ausgestatteten Kommentatoren völlig ausgeblendet.

Deshalb: Das laDIYfest Kiel ruft zu Solidarität mit den feministischen Kämpfen an der CAU auf! All die Troll-Kommentare, all die mansplainigen Versuche, FLTI* für gleichberechtigt und Feminismus für überflüssig zu erklären, bestärken uns nur in unserem Kampf gegen diese patriarchalen Verhältnisse!


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