Weißen Feminismus hinterfragen

Vortrag I – Freitag, 18/04; um 11:30h.

„The Master’s Tools Will Never Dismantle the Master’s House“
Weißen Feminismus hinterfragen – ein Vortrag zu Sexismus & Rassismus [von Julia Lemmle]

Anfang der 80er Jahre formulierte Audre Lorde ihre Kritik an einer weißen feministischen Konferenz:
„Wenn weiße feministische Theorie meint, sich nicht mit den Unterschieden zwischen uns beschäftigen zu müssen und mit den sich daraus ergebenden Unterschieden unserer Unterdrückung, wie geht ihr dann mit der Tatsache um, daß Frauen, die eure Wohnungen putzen und auf eure Kinder achtgeben, während ihr an Konferenzen über feministische Theorie teilnehmt, vorwiegend mittellose Frauen und women of color sind?“
Lorde hinterfragte dabei einen Feminismus, der nicht die Unterschiedlichkeit der Frauen, für die er vorgegebenermaßen spricht, berücksichtigt. Über dreißig Jahre später ist ihre Kritik leider immer noch brandaktuell.
Viele weiße Frauen, die sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit engagieren, übersehen leicht, dass sie auch Privilegien haben, denn als weiße Frauen profitieren sie von rassistischen Strukturen. Für viele ist es schwer zu erkennen, dass frau selbst unbewusst rassistische Ideen und Handlungsweisen verinnerlicht hat und diese meist subtil und indirekt auch die politische Arbeit beeinflussen.
Der Vortrag möchte anhand historischer und aktueller Beispiele verdeutlichen, dass Sexismus immer auch in Bezug auf die Verflechtung mit anderen Machtstrukturen wie Rassismus gesehen werden muss und dass weiße Feministinnen diese erweiterte Perspektive nicht nur für den politischen Alltag brauchen.

Julia Lemmle ist weiß positioniert – Kommunikationstrainerin, Aktivistin und Performerin. Sie gibt Empowerment-Seminare für Frauen* zum Thema Macht & Kommunikation, Workshops zu kritischem Weißsein und ist aktiv in der Initiative „Bühnenwatch“, die gegen rassistische Darstellungen auf den Theaterbühnen interveniert.
Julia leitet auch den Workshop am Samstag zu „Macht und Kommunikation“.